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Gedichte zum Muttertag









Mein Mütterlein

Ich sollte in die Welt hinaus,
So schreibt ein Freund mir heut.
Er ahnt nicht, daß mein kleines Haus
Auch eine Welt mir beut:
Mein Mütterlein im weißen Haar,
Mit ihrem klugen Augenpaar!
Sie ist ein Weib von edlem Wuchs,
Im Wappenschilde grüßt der Luchs
Und raunt ihr zu:
,,So ganz wie du
Gibt's keine mehr.
Die Welt wird öd, an Rasse leer.
Du bist noch echt!
Dein alt Geschlecht
Nach Herrenrecht
Hat's dich gezeugt;
Vor keinem beugt
Dein Nacken sich,
Nichts ängstigt dich!"
Aufrecht und stark und stolz
Wie Wettertannenholz,
So steht sie da. Ein Scherzwort schwirrt
Von ihren Lippen ab als Pfeil;
Ein Schatten irrt
Um ihren Mund -
Die Frage: Blieb der Gegner heil,
Fühlt er sich wund?
Oft sitzt ein Hieb
Mehr als ihr lieb.
Treu hat sie Eigenart
Sich unverfälscht bewahrt,
Und wann der Tod ihr einst die Augen schließt,
Gar mancher eine Träne dann vergießt,
Gar mancher, der geweilt in ihrem Bann
Hier, in dem trauten Heim, im dunkeln Tann.

Nanny von Escher



Die Dorfkirche

In einem Dorf, am frühen Morgen,
Sah ich ein Kirchlein offen stehn,
Und wie's mir freundlich schien zu winken,
Trieb mich das Herz, hinein zu gehn.

Nur wenig Beter fand ich knieen,
Denn Werktag war's und Erntezeit;
Ein greiser Priester sprach den Segen
Und hielt das heil'ge Mahl bereit.

Da naht ein Weib sich dem Altare,
Den zarten Säugling an der Brust:
Ihr Antlitz schwamm in Doppelgluten
Der Andacht und der Mutterlust.

Und als ihr Mund das Brot des Lebens
Empfangen aus des Priesters Hand,
Sie's kaum berührt mit ihren Lippen
Und mit verklärtem Blicke stand,

Da drückte schnell in hoher Wonne
Sie an den Mund den Säugling zart;
Reicht' ihm den Teil der Himmelsspeise,
Den sie ihm liebend aufbewahrt. –

O, süße Macht der Mutterliebe,
Die Gottesblume dieser Welt,
Die Alles teilt, den Leib des Herren
Selbst nicht für sich allein behält!

Zieh', junge Frau, mit frommem Troste,
Und reicher Segen sei Dein Teil!
Wie Du vertraut, so sei erhöret,
Dem Kinde blühe Glück und Heil!

Und weinend trat ich aus der Kirche
Und dacht' an ein entferntes Grab:
Dort ruht schon längst, bedeckt von Rasen,
Die beste Mutter, die es gab!

Die hätte wohl, wie Pelikane
Die Brust sich öffnen für die Brut,
Auch ihre Kinder gern genähret
Mit ihrem besten Herzensblut!

Joseph Christian von Zedlitz



Die Mutter

Ganz Einsicht war die Mutter und Vertrauen,
als Gott in ihre enge Stube trat
und ungesehen von den Nachbarfrauen
um ihres Leibes Neugebornes bat.

Das Kindlein in des Leinens kühler Bleiche
lag für das Weib in lauter güld'nem Licht,
die anderen sahen nur die kleine Leiche
und bargen in die Trauer ihr Gesicht.

Die Mutter lächelte aus Traum und Tiefe
und streichelte die schmale Totenruh,
war es ihr doch, als wenn ihr Kind nur schliefe
beglücktern Zeiten dieser Erde zu.

Alfons Petzold



Mutter

,,Mutter!" schallt es immerfort
Und fast ohne Pause,
,,Mutter" hier und ,,Mutter" dort
In dem ganzen Hause.

Überall zugleich zu sein
Ist ihr nicht gegeben,
Sonst wohl hätte sie, ich mein',
Ein bequemer Leben.

Jedes ruft und auf der Stell'
Will sein Recht es kriegen,
Und sie kann doch nicht so schnell
Wie die Schwalbe fliegen.

Ich fürwahr bewundre sie,
Daß sie noch kann lachen.
Was allein hat sie für Müh',
Alle satt zu machen.

Kann nicht einen Augenblick
Ruhe sich erlauben,
Und das hält sie gar für Glück -
Sollte man das glauben?

Johannes Trojan



Am Lebensquell

,,Mutti, fragt Klein-Evchen leise,
unser kleines Brüderlein,
wo nur mag's, eh wir es hatten,
all die Zeit gewesen sein?"

,,Evchen, sprach die Mutter lächelnd,
es war gar nicht weit von hier,
hab es all die Zeit getragen
wie ein Kleinod tief in mir!

Wie ein Samenkorn, ein goldnes,
hat sich's froh in mir gedehnt,
bis es endlich groß geworden
und sich nach dem Licht gesehnt.

Hab mein Herzblut tropfenweise,
zum Gedeihen ihm geschenkt,
hab's wie's Pflänzchen, Mutter Erde,
fein behütet und getränkt.

Wie dies große Glück entstanden,
heimlich, Evchen tief in mir,
auch dies lichte Lebenswunder,
will ich heut erzählen dir.

Ich und Vater baten beide
eh wir legten uns zur Ruh,
daß der liebe Gott uns sende
noch ein Kindchen, brav wie du.

Darauf hatten ich und Vater
beide uns recht innig lieb,
da ward unserm Lebensbaume
hold ein neuer, goldner Trieb.

Wie das Kindlein groß geworden,
hab ich dir gesagt vorher,
Mühen hat's gekostet, Sorgen,
manchmal war das Herz mir schwer.

Und mit bitterwehen Schmerzen
rang sich's mir vom Innern los,
ach, mir war's so weh zum Sterben
als es bracht' zum Licht mein Schoß.

Weil das süße, zarte Kleinchen
noch der Welt sich nicht bewußt,
mußt ich fort ihm Nahrung geben,
an dem Quell in meiner Brust.

Auch dich schloß ich einst voll Liebe,
Evchen, wie ein Kleinod ein,
hab dich auch so fein behütet,
wie das herz'ge Brüderlein!"

Evchen war ganz still geworden
und ihr Aug ward feucht und trüb -
,,Mutti, rief es plötzlich jubelnd,
ach, wie hab ich dich so lieb!"

Büttner




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